traildriver hat geschrieben:Je größer der Sprung in der Untersetzung desto weniger kann das kleinere Zahnrad seine Zahnflanken kühlen da sie doppelt oder dreifach so oft im Eingriff sind gegenüber dem großen das schon fast zu stark abkühlt,das war so vom Konstrukteur nie vorgesehen und deshalb sind die Zubehörzahnräder eher aufs kriechen mit niedrigem Umfangstempo und hohen Zahnflankendrücken abgestimmt.Annähernd gleich große Zahnräder arbeiten "leichter" durch mehr Zahneingriffe und gleichmäßiger Temperaturentwicklung da die Eingreifenden Zähne mehr "Erholungszeit" besitzen.Nicht umsonst wird das Getriebeöl vom "schären" warm ja sogar heiß!
Sorry, aber wo hast du denn die Geschichten mit "Erholung" und vor allem "zu kalten Zahnrädern" her? Aus Grimms Märchenbuch nicht, da gabs das noch nicht. Vielleicht ist auch ein Funken wahres dran, aber ohne entsprechende Untersuchungen glaub ich das nicht.
Gesichterte Erkenntnisse:
- wenn das normale Getriebegehäuse verwendet wird, ist der Achsabstand (der Getriebewellen) vorgegeben.
- bei extremeren Übersetzungsverhältnissen trotz gegebenem Achsabstand wird das Eingangszahnrad kleiner
- bei gleichem Eingangsdrehmoment (Motor), aber kleinerem Eingangszahnrad ist die Radialkraft an den Zahnflanken höher, da ja der wirkende Hebel kleiner ist
- bei höherer Radialkraft (und daraus auch folgend Axial- und Tangentialkraft) an den Zahnrädern ist die Zahnfuß- und die Zahnflankenbelastung höher
- höhere Belastung heißt in Maßen nicht sofort Gewaltbruch, sondern erstmal Verschiebung des Belastungskollektivs auf einen Bereich der Wöhlerkurve, die möglicherweise nicht mehr Dauerfestigkeit bedeutet
- nicht mehr Dauerfestigkeit bedeutet: nach einer Anzahl von x Lastspielen ist in der Regel Bauteilversagen (Bruch) zu erwarten.
Vereinfacht gilt also:
Umso höher die Belastung (ab einem bestimmbaren Niveau), desto eher gehts kaputt. Stärkerer Motor, Große Reifen, größere Untersetzungsverhältnisse, Lastwechsel durch Sprünge, Hängerbetrieb.
Und die Anzahl der Lastspiele (also Belastung und Entlastung eines Zahnes) ist recht direkt von den gefahrenen Kilometern abhängig.
Nichts weiter, und eigentlich auch nichts neues. Aber eben auch kein Voodoo und Mythos.
Die Temperatur spielt eigentlich nur eine Rolle, als dass das Öl irgendwann seine Schmierwirkung verliert, was dann für Schäden an den Zahnflanken verantwortlich wäre (Pitting, Fresser und co.). Bis jetzt hab ich aber nur abgebrochene Zähne gesehen. Untersucht man dann so ein defektes Zahnrad genauer, stellt man fest, dass auch alle "intakten" Zähne schon erhebliche Anrisse haben, der Verschleiß/Ermüdungsbruch also gleichmäßig aufs gesamte Zahnrad wirkt, kein Schaden einer kurzzeitigen Überlastung.
Recht hast du allerdings damit, dass beim Trialen, Trailen und Trailern länger lebt. Klar, da bläst man auch nicht tausende Kilometer durchs Gelände und hat entsprechende Lastspielanzahl. Dafür gehen ganz andere Dinge durch Extremlasten kaputt.