Samstag, 6.7.2013
So schlecht scheinen wir gestern garnicht gefahren zu sein. Gab wohl doch noch einige Abbrüche und die meisten Stillstandzeiten hatten wir auf Verbindungsetappen, deren Zeit ja nicht gewertet wird.
Also gehts früh raus aus den Federn, dalli dalli, man will den heutigen Showstart in Zagan knackig und konzertiert über die Bühne bringen.
Frühstück reinhauen, Vorstart im Camp. (Breslau ist polnisch für "Mit dem Auto in der Reihe stehen und warten"). Mal wieder schöne Hektik.
Irgendwann gehts dann doch nach Zagan rein, dort das gleiche. Warten. Aber hier können wir schön mit anderen Teilnehmern diskutieren, knappbekleidete Passantinnen beobachten und sogar Eis futtern. Ist ja immerhin Urlaub.
Dann gehts los. Spektakulärer Showstart in der Innenstadt, wir werden instruiert, möglichst viel Gas zu geben. 400m, dann wieder regulärer Straßenverkehr.
Au fein, Lärm machen macht ja doch Spaß.
Bei der Vollbremsung (4 Radln blockiern) verlieren wir, um dem Theater noch einen draufzusetzen, auch noch einen Bremsbelag.
Der kullerte aber schon vorher lose im Beifahrerfußraum rum und suchte sich einfach einen Weg nach draußen.
Der Rest des Tages besteht aus mehreren kurzen Etappen rund um Zagan und macht richtig Freude.
Die Schwefellöcher vom Vortag wollen dieses Mal in der anderen Richtung durchfahren werden, ansonsten gibt es viel Sandpiste.
Waldstück. Einen Unimog und einen Defender lassen wir auf einer Bodenwellenintensiven Passage hinter uns. Gasen und verblasen ist der Plan.
Die lange Wasserdurchfahrt von gestern ist auch wieder mit dabei. Viele Zuschauer, ungefähr der halbe Servicetross. Rein, blöde Spur, wir stecken. Martin springt mit dem Seil raus, will es zu einem Baum ziehen - da kommt der Unimog angerauscht und fährt uns voll ins Seil.
Schon auf der Uferböschung oben schaffts Martin, das Seil noch über den Mog drüber zu bekommen. Ran an den Baum - und zack, hängt der Defender mit Insassen einer beliebten Nation in unserem Seil. GNAAAH! Idioten! Haben die keine Augen im Kopp?
Zum Glück nichts weiter passiert. Außer einem ordentlichen Adrenalinrausch. Keinen Kilometer weiter haben wir die beiden Teilnehmer wieder eingeholt - und auf der folgenden Überführung auch hinter uns gelassen.
Wieder schnelle Piste. Ein Dieselrange und ein italienischer 90er bleiben hinter uns zurück, Bahnübergang, Y-Gabelung.
Hias:
"Wo miassma hi, sag scho!"
Martin:
"Ähm, Ähm. *blätter* Rechts."
Ich lenke rechts ein.
Martin:
"Zefix! Links. Scheiße."
Grummel. Grade die beiden Schnarcher überholt und nun das.
Wendemanöver und dann wieder hinterherdümpeln. Staubig isses, die Sicht macht Überholmanöver eher schwierig.
Neben der ausgefahrenen Piste war der Weg mal breiter, inzwischen ist er von Gras und kniehohen Kiefern bewachsen.
Risiko und mit Karacho durch. Damit haben diese Penner nicht gerechnet. Hähä.
Weiter vorne rauscht ein rot-weißer Landcruiser aus der Schweiz dahin. Den holen wir auch ein, aber der hat ein blödes Tempo.
Zu langsam, um hinterherzufahren, zu schnell zum Überholen. Mehrmals versuch ich ranzukommen, jedes mal kommt eine ordentlich staubige Stelle, die mich dann doch wieder abbremsen lässt. So nah, als dass die Hupe hörbar wäre, kommen wir auch nicht ran - und so jagen wir noch einige Kilometer hin, bis zum Zwischenziel.
Als nächstes kommen ein paar Kilometer alte Bahnstrecke. Hier sind Schwellen und Schienen noch vorhanden, es ist nur dichter Bewuchs auf Gradeausstrecke.
Da es auch hier recht eng zugeht, ist hintereinanderfahren angesagt. Roland Brack will sein Auto am letzten Tag wohl schonen und daher gehts gemütlich zu.
Finales Etäppchen. Rund ums Camp, auf einem alten Militärflughafen. Die Strecke besteht daher zu großen Teilen aus Betonfläche, und ein bisserl Trialzirkeln im Wald. Kurz vor Schluss nochmal ein Schreckmoment. Eine lange Gerade, am Schluss eine enge Kurve.
Da staut sichs. Auf feuchtem Beton ist der Reibwert zu den Reifen recht niedrig. Wir rutschen mit vier blockierten Radln auf eine gelochte Cruiserheckstoßstange zu - Steuer nach links und eine 8cm Buche bringt uns etwas weicher zum Stillstand. Stabiler Stoßstange sei Dank. Auto ausfädelt, weiter, nach ein paar hundert Metern dann durchs Ziel. Dieses ist leider reichtlich unspektakulär - eine Zielfahne hinterm Camp, eine CP-Besatzung daneben.
Hurra! Eine weitere Breslau bezwungen. Und heute hats richtig Spaß gemacht, man könnte es direkt als Rennen fahren bezeichnen. Trotz einiger kleiner Pannen, die einfach der anstrengenden Woche geschuldet sind.
Am Ziel noch ein wenig lustiger Plausch mit anderen Teams, dann ins Camp. Ankunftsbier, Siegerehrung, lustiges Besäufnis.
DANKE an alle, die uns geholfen und unterstützt haben!
- der liebwürdigsten Serviceperson von allen für Alles und den Rest.
- dem bärtigen Sponsor aus dem Süden für Werkstatt, Material, Arbeit, Chauffeurdienste und den gelegentlichen Tritt in den Hintern
- dem iltisfahrenden Sponsor aus dem Norden für Werkstatt, Erfahrungen, Fertigung und lustige Schrauberwochenenden
- seinem Service für fleißige Unterstützung
- dem kauzigen Helfer aus dem Osten für Rat und Tat und vor allem Last-Minute-Schrauberunterstützung und lustige Geschichten
- dem lockenköpfigen Helfer und Teammitglied aus dem südlichen Süden für Pasta, Schrauben und dengeln
- dem kompletten Team aus Wien und Umgebung - Richard, Mike, Juri, Markus und Markus - es war mir eine Ehre mit euch im Team unterwegs zu sein!
- dem lustigen Haufen von Team - Gary, Dominik, Christina, Jan, Christian, Clermens - immer eine Freude mit euch, vor allem im Team
- Andreas, Patrick, Christian und Pico für die beste erlebte Zeitwertung.
- der kompletten ORGA dafür, dass sie so eine geile Veranstaltung ermöglichen
- dem Suzi-Team, das uns einfach mal in der Strecke ein Ersatzrad leiht
- den französischen KAT-Fahrern, die uns geborgen haben
- allen anderen, die mir grad nicht einfallen - vor allem allen, die wir überholen durften.
Bis zum nächsten Rennen!